Wie kann Braunschweig studierendenfreundlicher werden? Das diskutierten Studierende mit Wissenschaft, Stadtplanung und Kommunalpolitik bei unserer Veranstaltung #ZukunftVorOrt. Entstanden sind Ideen für mehr studentisches Leben in der Innenstadt.
Rund 16.000 Studierende lernen an der TU Braunschweig – doch nur etwas mehr als 2.200 Wohnheimplätze stehen in Braunschweig zur Verfügung. Gleichzeitig steigen die Mieten, bezahlbarer Wohnraum wird knapper und psychosoziale Belastungen vieler junger Menschen nehmen zu. Wie Braunschweig unter diesen Bedingungen künftig studierendenfreundlicher werden kann, diskutierten Studierende mit Wissenschaft, Stadtplanung und Kommunalpolitik bei unserer Veranstaltung „#ZukunftVorOrt: Wie machen wir Braunschweig zur Studierendenstadt?“ am Dienstag, 2. Juni 2026 in der TU Braunschweig.
Was läuft gut und was muss sich ändern in Braunschweig?
Aus Perspektive der teilnehmenden Studierenden sind Braunschweigs Highlights insbesondere ein gutes Radwegenetz, die vielen Parks, die Nähe zu ortsansässigen Konzernen (gute Forschungsmöglichkeiten für Studierende) und vielfältige Freizeitangebote. Kritisch gesehen wurden der schlechte Zustand der Gebäude an der Uni, das Fehlen konsumfreier Räume und der Mangel an bezahlbarem Wohnraum - auch wenn Braunschweig nicht mit den Mietpreisen anderer Großstädte zu vergleichen sei.
Mehr studentisches Leben in die Stadt bringen
Im Workshop entwickelten die Teilnehmenden Ideen, wie studentisches Leben in der Stadt besser sichtbar gemacht werden könnte. Neben der allgemeinen Forderung, eine Schnittstelle zwischen studentischen Angeboten, Initiativen und Veranstaltungen mit der Terminbörse der Stadt zu realisieren, wurde sehr konkret die Idee entwickelt, dass das C3 Cafè ins leerstehende Flebbe-Haus (ehemaliges Kaufhaus) einzieht.
Jennifer Baus, Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt, TU Braunschweig, schlug ausgehend von ihrer Forschung einen Bogen zum praktischen Beispiel des Quartiers „Schwarzer Berg“ in Braunschweig. Es verdeutlicht, wie wichtig in Planungsprozessen die Beteiligung von Bürger*innen ist.
"Sich Einbringen, eigene Ideen entwickeln, den Dialog mit anderen Betroffenen suchen, das sind die Erfolgsrezepte für gelungene Stadtteilentwicklung."
Wir danken allen Studierenden für den Mut zur Einmischung und die kreativen Ideen für eine nachhaltige Stadtentwicklung, Juliane Krause (plan & rat) für die Moderation, Jennifer Baus und Michael Walther (Dipl. Geograf, Umwelt- und Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalen) für die Perspektiven. Wir sind gespannt, ob einige Ideen aufgegriffen und am Ende umgesetzt werden können.
Veranstaltet wurde #ZukunftVorOrt von der Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen in Kooperation mit dem Studierendenwerk OstNiedersachsen.