"Geteilter Horizont": "Dieser Krieg ist auch Teil der deutschen Erfahrung."

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In unserer dritten Veranstaltung der Reihe „Ukraine im Blick“ haben wir uns den Stimmen aus der Ukraine selbst gewidmet. Im Fokus standen dabei die vielfältigen Perspektiven aus dem Buch „Geteilter Horizont – Die Zukunft der Ukraine“ und das Gespräch mit der Herausgeberin Kateryna Mishchenko.

Gruppenbild Ukraine im Blick

Vor 4,5 Jahren begann die Vollinvasion Russlands in die Ukraine, seit nun über 12 Jahren tobt Russlands brutaler Krieg gegen die Ukraine. Doch wie erleben die Menschen dort den Alltag unter diesen Bedingungen? Wie arbeiten sie als Lehrer*innen, Drohnenoperateur*innen oder Therapeut*innen weiter – trotz Zerstörung, Erschöpfung und Verzweiflung? Wie lebt – oder besser überlebt – man unter russischer Besatzung? Und was können wir aus den Erfahrungen für eine gemeinsame Zukunft lernen?

Bild Veranstaltung im ZeitZentrum Hannover

Bei unserer Veranstaltung stand das Buch „Geteilter Horizont – Die Zukunft der Ukraine" im Mittelpunkt. Herausgegeben von Katharina Raabe und Kateryna Mishchenko versammelt es Beiträge verschiedener Menschen aus der Ukraine. Das Buch gibt so Einblick in die vielfältigen Lebensrealitäten, Gedanken und Emotionen der unterschiedlichen Autor*innen. 

Kateryna Mishchenko berichtete über die Entstehungsgeschichte des Buches und teilte auch ihre eigenen Erfahrungen:

Ich war sieben Jahre alt, als die Ukraine unabhängig wurde. Ich bin mit dem Gefühl groß geworden, wir gehen nach vorne: Eine Bewegung in das bessere Leben. Der Angriff 2024 hat das zerstört. Ich habe gelernt: Geschichte bedeutet nicht immer Fortschritt.

Bild von Kataryna Mishchenko

Moderiert wurde die Veranstaltung von Viola von Cramon (Ukraine-Expertin und ehem. MdEP Bündnis 90/ Die Grünen), die das Publikum durch ein spannendes, ehrliches und emotionales Gespräch führte. 

Das Bild zeigt Viola von Cramon

Unumgänglich sei die Doppeldeutigkeit des Buchtitels „Geteilter Horizont". Denn, so Kateryna Mishchenko:

Der Krieg ist universelle menschliche Erfahrung. Dieser Krieg ist auch Teil der deutschen Erfahrung.

Die dritte Veranstaltung der Reihe „Ukraine im Blick“ war diesmal nicht nur analytisch und reflexiv, sondern stellte die menschlichen Erfahrungen in den Mittelpunkt. Dies gelang besonders durch die von Halyna Hartwig vorgelesenen Textpassagen sowie durch die einfühlsame musikalische Begleitung von Anna Sonyk.

Bild von Halyna Hartwig
Bild von Musikerin Anna Sonyk

Die Veranstaltungsreihe „Ukraine im Blick" richtet sich an zivilgesellschaftlich Engagierte und alle Interessierten, die sich mit demokratischem Wandel, sozialer Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Resilienz auseinandersetzen möchten. Ziel ist es, Desinformation entgegenzuwirken, differenzierte Perspektiven auf die Ukraine zu eröffnen und zugleich Anregungen für zivilgesellschaftliche Lernprozesse und Handlungsmöglichkeiten in Deutschland aufzuzeigen.

Buch: „Geteilter Horizont - Die Zukunft der Ukraine" (2025); Hg.: Katharina Raabe, Kateryna Mishchenko; 1. Auflage. Berlin: Suhrkamp Verlag.

Die nächste Folge der Reihe "Ukraine im Blick" ist bereits geplant. Am 26. Oktober spricht Viola Cramon mit dem Historiker Andrii Portnov. Infos und Anmeldung: https://calendar.boell.de/de/event/russland-ukraine-krieg