Informationen für Antragstellende: Genderleitfaden

Uns ist die Beachtung von vielfältigen Geschlechterperspektiven wichtig. Deshalb bitten wir alle Antragstellenden, uns ihre Überlegungen zu „Teilhabe, Antidiskriminierung und Geschlechterdemokratie“ in Bezug auf die Projektplanung darzulegen. Der Genderleitfaden enthält Leitfragen, die Antragstellende bei der Gender-orientierten Projektplanung unterstützen. 

Checkiste mit pinkem Textmarker

Gemäß unserer Auffassung von gesellschaftspolitischer Arbeit spielt die Beachtung von unterschiedlichen Geschlechterperspektiven nicht nur bei unseren eigenen Projekten eine wichtige Rolle – ebenso wünschen wir uns von unseren Kooperationspartner*innen die kritische Auseinandersetzung mit und die Berücksichtigung von „Gender“ bei der Projektplanung.

An dieser Stelle weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei nicht nur um die Berücksichtigung von ausreichend Frauen/FLINTA*1 auf dem Podium handelt, sondern um die Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedeutungsdimensionen des Veranstaltungsthemas für geschlechtlich unterschiedlich positionierte Menschen. 

Anregende Fragen für Ihre Gender-orientierte Projektplanung könnten sein:

  • Welches sind die speziellen geschlechtsspezifischen Aspekte/ Perspektiven des Projektes bzw. des zu behandelnden Inhaltes?
  • Welches Verständnis von Geschlechtlichkeit liegt der inhaltlichen Projektplanung zugrunde?
  • Welche geschlechterpolitischen Ziele werden explizit und implizit verfolgt?  
  • Ist eine geschlechtergerechte und inhaltlich angemessene Auswahl der Referent*innen erfolgt?
  • Wird das Thema so aufbereitet, dass sich sowohl männlich, als auch nicht männlich positionierte Menschen angesprochen fühlen?  
  • Wird eine geschlechterspezifische Perspektive auf das Thema explizit thematisiert? Werden weitere Dimensionen von Benachteiligung reflektiert?
  • Werden feministische Netzwerke unterstützt und/oder erweitert?
  • Verfügen Trainer*innen, Teamer*innen oder Referent*innen über “Genderkompetenz” und wie beziehen sie diese in das Projekt ein?
  • Berücksichtigt die angewandte Methodik/Didaktik eine geschlechtersensible Perspektive?
  • Ist bei der Öffentlichkeitsarbeit und Werbung in Sprache und Bild eine geschlechterübergreifende Ansprache bedacht?  
  • Nach Durchführung des Projektes sollte im Sachbericht reflektiert werden, inwiefern eine geschlechtersensible Umsetzung erreicht wurden. Welche Konsequenzen lassen sich daraus für zukünftige Projekte ziehen? 

Zur Projektplanung finden Interessierte hier den ausführlichen Leitfaden zur Gender-orientierten Projektplanung (GOPP) des Gunda-Werner-Instituts der Heinrich-Böll-Stiftung. 

Für eine weitere Beschäftigung mit Feminismus und Geschlechterdemokratie empfehlen wir die Veranstaltungen, Workshops und Publikationen des Gunda-Werner-Instituts in der Heinrich-Böll-Stiftung. 

Weitere Bildungsmaterialien finden Sie außerdem in der Gendermediathek der Heinrich-Böll-Stiftung.

Fußnoten
  • 1

    FLINTA* steht als Abkürzung für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nonbinäre, transgeschlechtliche und agender Menschen. Das angehängte Sternchen steht als Platzhalter für alle Personen, die sich in keinem der Buchstaben wiederfinden, aber dennoch aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität von Marginalisierung betroffen sind.