Ukraine im Blick #2 - Der Freiheitskampf der Ukraine und deutsche Befindlichkeiten

Peter Schyga, Marko Martin, Dr. Anne Bonfert und Viola von Cramon

Am 7. November 2024 zog sich der Schriftsteller Marko Martin als Festredner den Unmut seines Gastgebers, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, zu. Martin wies vor Steinmeier darauf hin, dass die deutsche Politik den ukrainischen Freiheitskampf gegen Russlands Aggression viel zu lange zugunsten kurzsichtiger Interessen, wie günstiger Energielieferungen, ignoriert hat.

Und er konstatiert: diese Haltung ist kein Einzelfall. In seinem neuen Buch „Freiheitsaufgaben“ zeigt Martin, wie tief verwurzelt die Tendenz ist, Freiheitsbewegungen zu verharmlosen oder als Bedrohung für politische Stabilität darzustellen – eine Haltung, die selbst 35 Jahre nach der friedlichen Revolution in der DDR noch nachwirkt. Zur Leseprobe (Klett-Cotta 2025)

In seinem Vortrag am 2. Juni 2026 ging Martin im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe "Ukraine im Blick" der Frage nach: Warum fremdeln wir mit dem Wert der Freiheit? 

Im Gespräch mit Peter Schyga, ehem. Referent Netzwerk Erinnerung + Zukunft, und dem Publikum ging es dann zentralen Herausforderungen unserer Zeit:

  • Wie steht es um den Mut zur Freiheit in einer von Unsicherheiten geprägten Welt?
  • Warum werden Freiheitskämpfe oft erst im Nachhinein als solche anerkannt?
  • Und welche Lehren lassen sich aus der deutschen Geschichte für die Gegenwart ziehen?

Es war ein unbequemer, aber notwendiger Abend mit einem interessierten und engagierten Publikum über die innere Zerrissenheit Deutschlands zwischen moralischem Anspruch und realpolitischen Kompromissen – und darüber, wie wir, auch angesichts der Situation in der Ukraine, die Freiheit in einer von Autoritarismus bedrohten Welt aktiv verteidigen können. 

Herzlichen Dank an alle, die dabei und miteinander im Austausch waren!