Wie gerecht sind wir? Klassismus-Workshop mit Francis Seeck

Dokumentation

Klassismus durchdringt und bestimmt all unsere Lebensbereiche: den Arbeitsplatz, Bildungseinrichtungen, Sport, das Ehrenamt, die Politik, die Kultur. Alles eben. Ein Bericht von Hannah Wetekam zum Klassismus-Workshop mit Francis Seeck. 

Mindmap zur Frage: Wo beobachtest Du Klassismus?
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Mindmap: Wo beobachtest Du Klassismus?

Am Samstag, den 30.08.2025, hatten wir Francis Seeck im Rahmen der Veranstaltungs-Reihe Fit for Politics zum Workshop “Klassismus erkennen und begegnen” zu Gast. Viele Menschen kamen, um diese ungesehene Form der Diskriminierung in unserer Gesellschaft greifbarer zu machen.

"Klassismus bezeichnet die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft und/oder der sozialen und ökonomischen Position. Es geht bei Klassismus also nicht nur um die Frage, wie viel Geld jemand zur Verfügung hat, sondern auch welchen Status er hat und in welchen finanziellen und sozialen Verhältnissen er aufgewachsen ist. Klassismus richtet sich mehrheitlich gegen Personen einer „niedrigeren Klasse“. Es werden insbesondere wohnungs- und erwerbslose Menschen, Menschen aus der Arbeiter*innen- und Armutsklasse ausgegrenzt."

Eine Definition von: https://diversity-arts-culture.berlin/woerterbuch/klassismus 

Die ungerechte Verteilung von ökonomischem, sowie kulturellem, sozialem und symbolischem Kapital hängt intersektional mit Rassismus, Sexismus und Ableismus zusammen. Der Klassismus zwingt Menschen zu einem niedrigen Lebensstandard nur auf Grund ihrer Angehörigkeit einer vermeintlich niedrigen Klasse. Dies führt in Teilen so weit, dass Menschen ihr Recht auf Bildung und Gleichberechtigung entzogen wird. Trotz engagierter NGOs wie “ArbeiterKind.de“ oder „Schule mit Courage“ bleibt das Aufbrechen der Strukturen eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung. Zu viele Leute profitieren von Klassismus.

Was wir machen können? Selbstreflektion! Wo habe ich Kapital welcher Form auch immer, welches ich abgeben kann? Wo profitiere ich, während andere darunter leiden? Wo nutze ich Strukturen, um Menschen, denen ich Vorurteile gegenüber habe, von mir fernzuhalten? Wie kann ich diese Strukturen aufbrechen, um diesen Menschen einen Lebensstandard zu ermöglichen, den alle verdienen?

Aus dem Workshop mit Francis Seeck nehmen wir folgende Frage mit: Wie können wir uns verhalten, wenn doch scheinbar alle sozialen Interaktionen strukturell bedingt klassistisch sind?


Literaturtipps zu Klassismus von Fracis Seeck: 

Website von Francis Seeck

Kartenset Nr. 8 — John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie — TU Dresden

Klassismus: Wer arm ist, ist selbst schuld? Soziale Herkunft und ihre Folgen - DER SPIEGEL

Sammelband "Klassismuskritik und Soziale Arbeit. Analysen, Reflektionen und Denkanstöße" 

Interview im Deutschlandfunk Kultur vom 23.08.2025: Wie durchlässig ist die Gesellschaft? Francis Seeck über Aufstieg durch Bildung

Klassismus: Der Stempel der sozialen Herkunft · Dlf Nova

Francis Seeck: Klassismus als gesellschaftliche Sackgasse


Mehr zum Thema Klassismus aus dem Heinrich-Böll-Stiftungsverbund: 

(K)Lass Mich! Ungleichheitskategorie Klassismus 

Gender und Reproduktion zusammendenken mit Judith Butlers „Who’s Afraid of Gender?“

Intersektionaler Feminismus

Überwachung Intersektional: Geschichtliche Kontinuitäten

"Reach everyone on the planet" von Kimberlé Crenshaw


Der Workshop fand in Kooperation mit dem Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. (VNB) im Rahmen von Green Campus statt.