„Es geht um unsere Welt, darum lohnt es sich zu kämpfen“

„Es geht um unsere Welt, darum lohnt es sich zu kämpfen“

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Klima, Energie, Hitze: Wie weiter nach Paris? Mit ca. 160 Gästen und prominenten Diskutantinnen und Diskutanten durften wir diese Frage am 5.12.16 in Hannover diskutieren.

Prof. Dr.Dr. h.c. Schellnhuber, Gründer und Direktor des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung (PIK) eröffnete die Veranstaltung mit einem Auszug aus den neuesten Erkenntnissen der aktuellen Klimaforschung. Die Forschungsergebnisse sind eindringlich:

„Wir können die Schaffung einer gerechten Welt nicht vor die Rettung des  Klimas stellen..“

In seinem Vortrag erläuterte Professor Schellnhuber zwei wesentliche Faktoren, die das Klima langfristig beeinflussen.  Das ist einerseits ein physikalischer Einflussfaktor: die Sonneneinstrahlung, die abhängig davon, wie die Erde zur Sonne ausgerichtet ist, ein entscheidender Effekt für die Entstehung von Eiszeiten oder Warmzeiten ist. Der zweite Faktor ist der CO2-Gehalt der Atmosphäre, der sogenannte Treibhauseffekt. Wie sehr der Mensch zum Treibhauseffekt beiträgt, zeigte Professor Schellnhuber an einer animierten Karte, die er Kohlenstoff-Geschichte der menschlichen Zivilisation nennt. Demnach beeinflusst der Mensch das Klima maßgeblich durch die massive Nutzung fossiler Brennstoffe und somit durch das Einbringen immenser zusätzlicher CO2-Emissionen in unsere Atmosphäre. Die jetzt schon mess- und beobachtbaren Klimaveränderungen sind keineswegs eine natürliche Temperaturentwicklungen. Der Konsens der Klimawissenschaftler- und Wissenschaftlerinnen darüber, dass der Klimawandel menschgemacht ist, liegt bei 97-98 Prozent.

Wie wichtig das Klimaabkommen von Paris ist, zeigt Professor Schellnhuber anhand der sogenannten Kippelemente im Erdsystem, die beim Überschreiten bestimmter Temperaturschwellen in vollkommen andere Betriebszustände umkippen könnten. Steigt die Temperatur über 1,5 °C, könnten bis zu 90% der tropischen Korallenriffe absterben, bereits ab 1,6°C Temperaturerhöhung könnte das Eis auf Grönland komplett schmelzen. Bei einer Erwärmung von über 4°C besteht die Möglichkeit des Zusammenbrechens der thermohalinen Zirkulation, des „Golfstroms“

Würde die gesamte Welt unter Nutzung aller verfügbaren und wirtschaftlich sinnvoll förderbaren fossile Energieträger konventionell entwickeln, so hätte dies zusätzliche Erwärmung in Bereich von 8-10°C zur Folge. Gleichzeitig könnten  die Höchsttemperaturen auf der arabischen Halbinsel gebietsweise auf über 60°C steigen und damit die physiologischen Grenzen des Menschen überschreiten - womit ein Überleben außerhalb klimatisierter Häuser unmöglich wäre.

Für Professor Schellnhuber ist daher klar: Bis zur Jahrhundertmitte muss die Weltwirtschaft weitestgehend dekarbonisiert werden!

In der anschließenden Diskussionsrunde diskutierten Prof. Schellnhuber, Umweltminister Stefan Wenzel, Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz, Christoph Born, Geschäftsführer der Stadtwerke Stade und Dr. Matthias Miersch, MdB und umweltpolitischer Sprecher der SPD die Frage des Klimaschutzes mit Lokalbezug auf Niedersachsen. Diskutiert wurden dabei die Frage der Landwirtschaftswende im Agrarland Nr.1 mit Fokus auf die notwendige Reduzierung der Fleischproduktion und die Frage des Konsumwandels. Außerdem ging es um die zukünftige Aufgabe von Stadtwerken, die volkswirtschaftlichen Kosten eines nicht gestoppten Klimawandels, um zukunftsfähiges Bauen und um Vermögensverteilung im Zusammenhang mit dem Kohlenstoffbudget.

Veranstaltungsort: Rotation, ver.di-Höfe - Hannover, Goseriede 10, 30159 Hannover

Veranstalter*in: Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen | www.slu-boell.de | info@slu-boell.de | Warmbüchenstr. 17 | 30159 Hannover | Tel. 0511. 301 857 0

In Kooperation mit:
Pestel Institut www.pestel-institut.de
Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen www.ven-nds.de
Verein niedersäschsischer Bildungsinitiativen www.vnb.de

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