Hast du deinen Böll gefunden? Ein Gespräch mit Felicitas Hoppe und Silke Inselmann

Hast du deinen Böll gefunden? Ein Gespräch mit Felicitas Hoppe und Silke Inselmann

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Hast du deinen Böll schon gefunden? Diese Frage diskutierte die Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe auf Einladung der Stiftung Leben & Umwelt (SLU) und des Literarischen Zentrums Göttingen mit Silke Inselmann, SLU im Göttinger Otto-Hahn-Gymnasium. „Mit Blick auf den neuen Bundestag hoch aktuell“, „Da kann ich nur zustimmen“ – der spontan aufbrandende Applaus und die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs waren eindeutig, als Felicitas Hoppe Passagen aus der „Ungehaltenen Rede vor dem Deutschen Bundestag“ von Heinrich Böll vortrug. Mit Blick auf die Nürnberger Prozesse, auf zeitgenössische Kriegsverbrecher oder Terroristen wurde allerdings auch die Frage laut, ob jemand, der so klar Schuld auf sich geladen hat, tatsächlich entsprechend Artikel 1 des Grundgesetzes behandelt werden müsse.

Diese Rede und weitere Texte, aber auch Ausschnitte aus Fernsehinterviews mit Böll lösten lebhafte Debatten aus, die eine Ahnung vermittelten, weshalb Heinrich Böll sich gegen die Zuschreibung, das „Gewissen der Nation“ zu sein, gewehrt hat. Und so lautete der Appel am Ende der Veranstaltung, nicht nur den Schriftsteller Böll für sich zu entdecken, sondern auch in sich selbst „den eigenen Heinrich Böll zu finden“: den Mut, Position zu beziehen, Verantwortung zu übernehmen und sich einzumischen – jede und jeder im ganz eigenen Bereich!

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