SOS für das Ökosystem! Tauwetter am Pol und Müll im Meer

SOS für das Ökosystem! Tauwetter am Pol und Müll im Meer

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf unsere Meere und was können wir tun?

Die Polarregionen sind so stark wie keine andere Region der Erde vom Klimawandel betroffen! Zusätzliche Vermüllung durch wachsende Mengen an Plastik und anderen Schadstoffen bringt das sensible Biotop aus dem Gleichgewicht und zerstört unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Umso erschreckender ist es, dass diese dramatischen Entwicklungen in Teilen von Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft noch immer verdrängt oder sogar geleugnet werden.

Mit ca. 90 Zuhörer*innen und prominenten Gästen diskutierten wir am 04. September 2017 in Hannover über dieses Thema.

Unsere Gäste waren: Stefan Wenzel, Nds. Umweltminister; Prof. Dr. Karin Lochte, Alfred-Wegner-Institut und Arved Fuchs, Polarforscher

Frau Dr. Karin Lochte eröffnete die Veranstaltung mit Schilderungen über das rapide Schwinden des Meer- oder Polareises und wirft einige der immer wieder gestellten und zentralen Fragen auf: Wem gehört das Meer? Und wer trägt die Verantwortung?

Jährlich landet eine Million Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren. Einiges davon schwimmt oben auf den Meeren auf oder wird an die Strände gespült. Der Großteil allerdings sammelt sich am Meeresboden. Diese steigende Umweltverschmutzung der Meere führt zu einer enormen Bedrohung für das Ökosystem Meer.

Ihre abschließende Frage: Was können wir tun, um dem Klimawandel entgegen zu treten?

Bewusster leben, Plastik, Müll und Klimagase massiv reduzieren!

Der Polarforscher Arved Fuchs beobachtet seit Langem die Veränderungen des Meeres und speziell die der Polarregionen. Er berichtet wie ganzen Städten durch die Auswirkungen des Klimawandels auf den Permafrost das Fundament wegbricht. Über kurz oder lang werden sie verschwinden. Außerdem beschreibt er, dass es sich bei der Arktis um ein sensibles Frühwahnsystem der Erde handelt, welches viel zu lange ignoriert wurde. Der Klimawandel sei mit seinen vielen verschiedenen Auswirkungen auf unser Ökosystem eine Problemstellung und Herausforderung, welche uns alle betrifft.

Fuchs hält es für wichtig Bilder zu schaffen, um der Bevölkerung die Dringlichkeit der aktuellen Lage bewusst zu machen. Aus diesem Grund tourt er mit seinen Reiseberichten unermüdlich durch die Welt.

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel mahnte, dass der Klimaschutz in der Politik sehr lange viel zu kurz kam. Er zeigt auf, was in Niedersachsen getan wird und werden soll.

Zudem schilderte er, was jeder einzelne Bürger konkret tun kann. In der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde werden vor allem die individuellen Handlungsoptionen thematisiert. Es gab aber auch große Bedenken, ob wir nicht schon den Zeitpunkt zur Umkehr verpasst haben. Der Minister formulierte, dass wir in vielerlei Hinsicht bereits auf einem guten Weg seien. Die Forderungen nach weiteren konkreten Maßnahmen und speziell die nach einer C0₂-Steuer dürfen jedoch nicht nachlassen.

Die Leiterin des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven, Prof. Dr. Karin Lochte erforscht akribisch die Veränderungen in den Weltmeeren.

Arved Fuchs ist mit seinen spektakulären Expeditionen zu einem ausgewiesenen Kenner der Entwicklungen in den Polargebieten geworden.

Stefan Wenzel ist seit 2013 der niedersächsische Umweltminister und beschäftigt sich im Besonderen mit der Klima- und Energiewende.

Die Moderation übernahm Dr. Anke Butscher von ABCConsult Hamburg.

Veranstaltungsort: Leibnizhaus Hannover, Holzmarkt 4, 30159 Hannover

Veranstalterin: Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen, www.slu-boell.de, Hannover

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