Mal ehrlich! Flucht und Asyl in Niedersachsen

Mal ehrlich! Flucht und Asyl in Niedersachsen

Mal ehrlich! Flucht und Asyl in Niedersachsen
von
Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen (SLU)
Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen (SLU)
Place of Publication: Hannover
Date of Publication: April 2017
Number of Pages: 48
Language of Publication: deutsch

Warum fliehen Menschen?

Hinter jeder Fluchtgeschichte stehen Einzelschicksale von Menschen, die sich aus verschiedenen Gründen zur Flucht gezwungen sahen. Kein Mensch setzt sein Leben leichtsinnig aufs Spiel und lässt freiwillig Familie, Freund_innen und jeglichen Besitz auf unbestimmte Zeit zurück. Vielfältige Gründe zwingen Menschen dazu, ihr Heimatland zu verlassen: politische, rassistische, religiöse oder auf sexueller Orientierung und/oder Identität beruhende Verfolgung, unmenschliche Behandlung und Unterdrückung, Krieg, Verlust von Lebensraum, Armut, Hunger und vieles mehr. Wirtschaftliche Not wird nicht als Fluchtgrund anerkannt, obwohl sie sich häufig als Konsequenz
politischer Konflikte ergibt. Das gilt auch für die Flucht vor Umweltkatastrophen, steigenden Meeresspiegeln oder Hungersnöten.

Bei vielen dieser Fluchtgründe tragen Industriestaaten wie Deutschland eine Mitverantwortung. Waffenlieferungen, Umweltverschmutzung, Ressourcenausbeutung, fortwirkende Folgen der Kolonialpolitik sowie wirtschaftliche und politische Interessen des Westens stehen Bemühungen um Frieden und soziale Gerechtigkeit oftmals entgegen.

Neben den genannten Gründen kommen für Mädchen und Frauen Motive wie Bedrohung durch ihre Familie oder ihren Partner, Zwangsverheiratungen, Gewalt im Namen der Ehre, Genitalverstümmelungen und häusliche Gewalt hinzu – Gefahren, denen Männer in der Regel nicht ausgesetzt sind.

In Deutschland war die Flüchtlingszahl in den vergangenen 40 Jahren starken Schwankungen unterworfen. 2015 kam es zu einem starken Anstieg der Flüchtlingszahlen. Befördert wurde dieser durch eine Eskalation der Kriege in Syrien und dem Irak sowie politischen Krisen in Griechenland und in verschiedenen nordafrikanischen Staaten. In deren Folge kam die von der Europäischen Union (EU) praktizierte
Flüchtlingsabwehr an den EU-Außengrenzen faktisch zum Erliegen: Insbesondere über die sog. Balkanroute und das Mittelmeer flohen 2015 über eine Million Menschen nach Europa. Begleitet wurde diese Entwicklung von einer bislang in der Geschichte der Bundesrepublik beispiellosen Bewegung, die sich für Offenheit gegenüber Geflüchteten und eine tatkräftige Flüchtlingshilfe einsetzte. Bis heute ist in großen Teilen der Bevölkerung eine enorme Hilfsbereitschaft festzustellen.

Inhaltsverzeichnis: 

  • Geflüchtete weltweit, in Europa und in Deutschland
  • Woher kommen die Geflüchteten?
  • Asyl als Menschenrecht: Schutz für Geflüchtete in Deutschland
  • Die Lebenssituation von Geflüchteten
  • Rassistische Übergriffe in Niedersachsen
  • Worte haben Macht
  • Argumentationshilfen gegen Vorurteile
  • Was kann ich tun?
  • Anlaufstellen
  • Quellen

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